Prof. Kogel

Klipstein-Stiftung vergibt erstmals Wissenschaftspreise – Agrarökologe und molekulare Züchtungsforschung zu nachhaltigem Obstbau ausgezeichnet

Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Leiter des TransMIT-Zentrums für innovativen Pflanzenschutz, ehrt Prof. Dr. Dr. Urs Niggli für seine Arbeit und sein Engagement für alternative Pflanzenschutzmethoden sowie die Arbeitsgruppe Kernobstzüchtung am Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an Obst (JKI) in Dresden und gratuliert ihnen zum Klipstein-Preis

Die Forschung zu einer umweltschonenden und nachhaltigen Agrarproduktion an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zu fördern, ist das Ziel der Dr. Ernst-Leopold Klipstein-Stiftung. In diesem Jahr hat die Stiftung erstmals die Klipstein-Wissenschaftspreise verliehen. Ausgezeichnet wurden Prof. Dr. Dr. Urs Niggli, Präsident des Instituts für Agrarökologie in Aarau (Schweiz), sowie die Arbeitsgruppe Kernobstzüchtung am Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an Obst (JKI) in Dresden. Die Preise sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Sie wurden auf der Fachtagung „Transformation der Pflanzenproduktion“ am 23. November 2023 in Berlin vergeben. Die Tagung wird organisiert von verschiedenen angewandten pflanzenwissenschaftlichen Gesellschaften und dem JKI und wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Der Klipstein-Wissenschaftspreis gehört zu den weltweit am höchsten dotierten Preisen für phytopathologische Forschung. Der Vorstand der Klipstein-Stiftung zeichnet damit eine grundlagenorientierte Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Arbeitsgruppen aus, die eine umweltschonende und nachhaltige Pflanzenproduktion fördert. Prof. Niggli hat auf dem Gebiet der Agrarökologie unter anderem globale Ernährungsmodelle mitentwickelt, die eine komplexe Interaktion zwischen globaler Erwärmung, Ernährungssicherheit, Ökologisierungsgrad, Fleischkonsum und Lebensmittelverschwendung aufzeigen. Gewürdigt wurde zudem seine Fähigkeit, ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen der Landwirtschaft und der Ernährung transparent darzustellen und praxis- und wissenschaftsgetriebene Innovationen etwa auf dem Gebiet der modernen Pflanzenzüchtung nicht als Gegensätze, sondern als Ergänzungen zu kommunizieren. 

Die Arbeitsgruppe Kernobstzüchtung (Dr. Andreas Peil, Dr. Francis Ofere Emeriewen, Dr. Thomas Wöhner, Dr. Janne Lempe, Prof. Dr. Henryk Flachowsky) am JKI erhielt den Klipstein-Wissenschaftspreis für die international wegweisenden phytopathologischen Grundlagenarbeiten zur Widerstandsfähigkeit von Apfelbäumen gegenüber Feuerbrand, Schorf und Mehltau. Dabei sieht der Vorstand der Stiftung insbesondere in der Entwicklung verschiedener biotechnologischer Methoden und deren Umsetzung in die gartenbauliche Praxis eine wissenschaftliche Innovation zur Entwicklung nachhaltiger und ressourcenschonender Obstbausysteme.

Die Klipstein-Stiftung

Die rechtlich selbständige Dr. Ernst-Leopold Klipstein-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit dem Ziel, eine umweltschonende und nachhaltige Agrarproduktion mittels neuer, innovativer und wissensbasierter Konzepte zu verbessern. Die Ausschreibung des mit 10.000 Euro dotierten Klipstein-Wissenschaftspreises, der auch geteilt werden kann, ist alle drei Jahre vorgesehen.

TransMIT-Zentrum für innovativen Pflanzenschutz

Das TransMIT-Zentrum für innovativen Pflanzenschutz entwickelt unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel neue Methoden für die Kulturpflanzenproduktion mit Schwerpunkt auf der Anwendung von biologischen und biotechnologischen Strategien, um die Pflanzengesundheit gegen biotischen und abiotischen Stress zu verbessern. Weitere Informationen zum TransMIT-Zentrum für innovativen Pflanzenschutz finden Sie unter: https://www.transmit.de/geschaeftsbereiche/zentren/details/?z_id=207

Aktuell ist Prof. Kogel mit TransMIT sowie der JLU und der Prognos AG aktiv eingebunden bei der Vernetzungs-, Transfer- und Evaluierungsmaßnahme über die Förderung von Innovationen nicht-chemischer Pflanzenschutzverfahren im Gartenbau, einem Projekt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dabei werden die Projekte Innovationen zu umweltschonendem Pflanzenschutz (Modul A), Ökologischer Landbau (Modul B) sowie Nachhaltige Landwirtschaft (Modul C) durch eine wissenschaftliche und organisatorisch-vernetzende Begleitforschung unterstützt.

Ziele der Vernetzungs-, Transfer- und Evaluierungsmaßnahme sind: die Vernetzung zwischen den Projektakteuren der Fördermaßnahme, die organisatorische Unterstützung von übergreifenden Kooperationen zwischen den einzelnen Verbundprojekten sowie weiteren Akteuren wie z. B. Fachgruppen von Berufsverbänden, die Durchführung von Veranstaltungen zum Wissensaustausch/Wissenstransfer, die Koordinierung, Unterstützung und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen, die übergeordnete Evaluierung der Fördermaßnahme hinsichtlich ihrer Zielerreichung anhand eines zu entwickelnden Kriteriensets, die Aufbereitung von verallgemeinerungsfähigem Wissen aus der Fördermaßnahme und die Ableitung von zielgruppenspezifischen Handlungsempfehlungen (z. B. politische, rechtliche, gesellschaftliche) für Forschung, Praxis und Politik (während der Laufzeit der Projekte sowie zur Umsetzung von Erkenntnissen aus der Fördermaßnahme im Anschluss an die Projektlaufzeiten). Die Vernetzungs-, Transfer- und Evaluierungsmaßnahme trägt entscheidend zur Transparenz und Breitenwirkung bei.